Aktuelles

Senatorin Bogedan zur aktuellen Corona-Situation

 Liebe Schülerinnen und Schüler, liebe Eltern, 

liebe Kolleginnen und Kollegen in Schule, der Kindertagesbetreuung und Kindertagespflege sowie der senatorischen Behörde und ihr nachgeordneter Dienststellen,

seit dem 16.03. findet kein Unterricht und keine Betreuung mehr in gewohnter Art und Weise statt. Diese Situation stellt für alle eine enorme Belastung dar. Die Mehrheit von Ihnen, liebe Eltern, steht zudem noch unter erheblichen Druck, was ihre berufliche Situation betrifft. Gleichzeitig kann so vieles, was sonst Entlastung und Entspannung schafft, gerade nicht stattfinden.

Unsere Kinder spüren diese Anspannung. Sie hören über das Virus und erleben die Einschränkungen. Auch für Sie, liebe Schülerinnen und Schüler, ist der Reiz, vier Wochen ohne Schule zu sein schnell vorbei gewesen. Denn das bedeutete auch vier Wochen ohne Freunde, ohne Sportverein und normale Freizeitmöglichkeiten.

Viele Schülerinnen und Schüler, insbesondere unsere Abiturientinnen und Abiturienten und die, die ihren Schul- oder Berufsabschluss in diesem Jahr anstreben, machen sich große Sorgen. Ihnen allen möchte ich versichern, in der senatorischen Behörde sowie im Landesinstitut arbeiten wir alle mit Hochdruck daran, dass kein Schüler, keine Schülerin, Nachteile durch die Corona-Situation haben muss. Wir stellen sicher, dass alle Schülerinnen und Schüler die notwendigen Prüfungen für Ihre Abschlüsse machen können und wir stellen sicher, dass die Prüfungen so ausgestaltet sind, dass Sie auch anerkannt werden können – im Inland wie im Ausland.

Ich stehe dafür im engen Austausch mit meinen Ministerkolleginnen und -kollegen der anderen Bundesländer. Wie auch bei unserem Vorgehen beim Abitur ist es mein Ziel, die größtmögliche Einheitlichkeit zwischen den Ländern zu erreichen. Wegen der regional sehr unterschiedlichen Auswirkungen des Virus kann es jedoch keine bundesweit gleiche Lösung geben. Mit meinen Kolleginnen und Kollegen haben wir heute auch intensiv über die Wiederöffnung von Schulen und Kitas diskutiert. Klar ist, der Infektionsschutz und die Wiederherstellung einer für Familien verlässlichen Betreuungssituation müssen dabei in Einklang gebracht werden. Wir beraten darüber intensiv und werden gemeinsam mit den anderen Bundesländern in der Woche nach Ostern unsere Entscheidungen fällen.

Dabei fließen in unsere Überlegungen für Bremen neben den Beratungen des Gesundheitsamtes und des Krisenstabes alle Argumente mit ein, die uns über die vielen Zuschriften von Eltern, von Schülerinnen und Schülern, von Gewerkschaften, Verbänden und Personalvertretungen erreicht haben, ebenso wie die Ratschläge, die uns Kitas, Schulen und Träger gegeben haben. Vielen Dank dafür. Wir nehmen alle Argumente ernst, auch wenn wir am Ende einige verwerfen müssen und nicht allen zustimmen können.

Ich möchte Sie auch um Verständnis bitten, dass wir Ihnen jetzt vor Ostern noch nicht sagen können, wie es ab dem 20.4. in den Kitas und Schulen weitergeht. Wir alle wünschen uns Planungssicherheit. Aber die Lage ändert sich einfach zu schnell. Ich hoffe, dass es Ihnen dennoch über die Feiertage gelingt, ein wenig abschalten zu können und das schöne Wetter zu genießen. Ich bin überzeugt: Ob wir als Gesellschaft gestärkt aus dieser Krise hervorgehen, wird sich am Ende nicht an der Anzahl ausgefallener Unterrichtsstunden entscheiden, sondern ob es uns gelingt, die Schwächsten unserer Gesellschaft auch in dieser schwierigen Zeit zu schützen und zu unterstützen.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen ein schönes Osterfest – zwar in räumlicher Distanz aber hoffentlich in menschlicher Verbundenheit zueinander!

Ihre

Claudia Bogedan